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Verbandsrunde: Drama für den SCU II


Der SK Durlach wartet mit einem schmucken Spiellokal auf

Am zweiten Spieltag musste die Reserve des Zweitligisten SC Untergrombach in der Landesliga beim starken Aufsteiger SK Durlach antreten. Auf dem Papier war die Heimmannschaft der klare Favorit, der SCU konnte jedoch mit einigen positiven Überraschungen für Furore sorgen. Gerade, als sich alle Beteiligten mit einem gerechten Remis abgefunden hatten, nahm das Drama seinen Lauf.

Doch der Reihe nach. Bereits nach kurzer Spieldauer konnte der an Brett 8 in die Mannschaft gerutschte Alexander Wachter nach einem gewagten Opferangriff seinen über 200 Punkte höher gewerteten Gegner besiegen. Ein schöner Überraschungserfolg und eine passende Antwort auf die Leistung am ersten Spieltag von Alexander Wachter. 


Sein Arbeitstag war früh zu Ende: Alexander Wachter (ganz links) mit schnellem Sieg.

Allerdings konnte der SK Durlach mit seinem starken zweiten Brett relativ schnell ausgleichen, Mannschaftsführer Markus Krieger sah sich mit einem Gambit konfrontiert,die Stellung gewann schnell an Schärfe und war letztlich nicht mehr zu halten. Ausgleich! Kurz darauf ging der SK Durlach sogar in Führung, nach indiskutabler Leistung unterlag Ralf Toth an Brett 6. Besser machte es Andreas Burger ein Brett dahinter, dessen Gegner nach 15 (!) Zügen bereits auf Inkrement spielte und mit 30 Sekunden pro Zug einen Mattangriff führte, den Burger jedoch gekonnt abwehrte und zum Gegenangriff überging. Mit so wenig Zeit auf der Uhr konnte der Durlacher die Stellung nicht mehr halten. Ausgleich! Allerding stellten die Durlacher alsbald ihre Führung wieder her, denn Martin Spitz musste gegen den Routinier Bernd Giacomelli die Segel streichen. Dennoch war der Ausgang des Mannschaftskampfes vollkommen offen, denn die Stellung von Konrad Schmalfuss war stark remisverdächtig und sowohl das Spitzenbrett Stefan Doll, wie auch Jasmin Mangei besaßen Siegchancen.

Bei Jasmin Mangei spielten sich Dramen am Brett ab. Nachdem sie die Opfervariante ihres Gegners widerlegt hatte und sie begann, Bauer um Bauer einzusammeln, erlangte sie klare Gewinnstellung. Direkt mit Erreichen der Zeitkontrolle baute ihr Gegner eine Pattfalle auf. Und genau mit Erreichen des 40. Zuges nahm sich Jasmin viel Zeit, dachte nach - und übersah die Pattfalle! Nun konnte der gegnerische Turm den König jagen. Würde der König den Turm schlagen, wäre es Patt. Jasmin fand jedoch einen Ausweg und ging ins Endspiel mit Turm und 2 Bauern (f und h) gegen Turm. Mittlerweile quetschte der glänzend aufgelegte Stefan Doll am Spitzenbrett seinen Gegner in Carlsen-Manier auf der Suche nach minimalen Vorteilen aus. Das Durlacher Spitzenbrett suchte sein Heil in einer offensiven Variante, die objektiv zu einer Verluststellung führte. Endspielexperte Doll ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen - der erneute Ausgleich war geschafft. Schließlich gab auch Dr. Kleifges seine Gewinnversuche gegen den solide wie immer spielenden Konrad Schmalfuss auf. Beim Stand von 3,5 zu 3,5 lag es nun bei Jasmin Mangei, die natürlich versuchte, ihr Turmendspiel zu gewinnen. Bei ihr war mittlerweile die Zeit knapp geworden, mit zwei Minuten plus Inkrement suchte sie zunehmend verzweifelter nach dem Gewinnweg. Objektiv war die Stellung wohl remis und wurde auch gut verteidigt. Gerade, als sich alle Spieler mit dem 4:4 abgefunden hatten, wagte Jasmin Mangei einen letzten Vorstoß und lief einzügig glatt in einen Turmverlust. Das war natürlich ein Schock und die verbliebenen Mannschaftskollegen mussten ihre Mitspielerin erst einmal trösten und wieder aufbauen.

Das war das bittere Ende eines enorm spannenden Mannschaftskampfes, der Kraft und Nerven gekostet hatte. Aber gerade diese menschlichen Momente sind ein Bestandteil der Faszination des Schachspiels. Da alle ihr Bestes gegeben haben, muss sich auch keiner Vorwürfe machen. Und gerade Jasmin Mangei, die eine enorm aufsteigende Tendenz aufweist, hat bereits mehr als genug Punkte für den SCU gesammelt, als dass sie sich hier Vorwürfe machen müsste. 

Abgedroschen, aber wahr: Jetzt heißt es Mund abputzen und wieder aufstehen, am 20.11. ist die Gelegenheit zur Wiedergutmachung gegen die Schachfreunde aus Neureut. 

von Ralf Toth

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