Bittere Heimniederlage

SC Untergrombach verspielt gegen Heusenstamm die wohl letzte Chance auf den Zweitliga-Verbleib

Von KURIER-Redakteur Christof Bindschädel

Bruchsal-Untergrombach. Nach elf Jahren hat sich das Kapitel Zweite Schach-Bundesliga für den SC Untergrombach erledigt. Die Auswahl um Mannschaftsführer Heinz Fuchs hat nach der bitteren 3,0:5,0-Heimniederlage gegen den SC Heusenstamm nur noch eine theoretische Chance auf den Verbleib in der Zweitliga-Südgruppe. „Nach drei Stunden Spielzeit sah es eigentlich ganz gut für uns aus. Aber wir haben unsere zwischenzeitliche Führung leider nicht ins Ziel gebracht. Das war nicht das erste Mal in dieser Saison“, betonte Clubchef Heiko Schleicher mit Blick auf die „epische Schlacht“ in der Aula der Joß-Fritz-Schule.

Nach der obligatorischen Zeitkontrolle lagen die Hausherren am vergangenen Sonntag mit 2,5:0,5 in Führung, nachdem der an Brett zwei spielende Franzose Nicolas Brunner (gegen Oskar Wieczorek) sowie Fuchs an Position acht (gegen Rudolf Benninger) ihre Partien gewonnen hatten und zudem Veaceslav Cofman an Brett sieben gegen Klaus Klundt ein Remis eingespielt hatte. „Leider sind danach die meisten unserer vermeintlichen Trümpfe ganz schlimm eingebrochen“, erklärte Schleicher. Lediglich aufgrund einer Unachtsamkeit, wie der Clubchef versicherte, verlor allerdings Davor Rogic am Spitzenbrett trotz eines beherzten Auftritts mit den schwarzen Figuren das Duell mit dem starken Polen Daniel Sadzikowski. „Das kann auf diesem Niveau nun mal passieren“, sagte Schleicher zur Leistung des kroatischen Großmeisters.

Viel ärgerlicher aus SCU-Sicht waren da schon die Niederlagen von Dejan Bojkov – der Großmeister aus Bulgarien musste sich Igor Zuyev geschlagen geben – sowie der beiden Internationalen Meister Oleg Spirin (gegen Pawel Weichhold) und Christian Maier (gegen Radoslaw Barski), die alle trotz guter Stellungen leer ausgingen. Daneben holte Bernd Schneider an Position sechs gegen Stefan Solonar ein weiteres Remis. „Bei unseren Titelträgern ist schon die ganze Saison über nicht viel zusammengelaufen. Das ist sicherlich mit ein Grund für unser schwaches Abschneiden“, betonte Schleicher und fügte mit Blick auf die Tabelle an: „Jetzt ist es wohl vorbei – auch wenn wir rechnerisch natürlich noch eine Chance auf den Klassenverbleib haben.“

Am vorletzten Spieltag am 23. April gastieren die Untergrombacher bei Spitzenreiter SF Deizisau – hier geht jeder beim SCU von einer hohen Niederlage aus. „Deizisau will gegen uns die Meisterschaft perfekt machen und wir müssen schauen, dass wir überhaupt acht Spieler zusammenbekommen“, sagte Schleicher. Zeitgleich spielt der TSV Schott Mainz, der punktgleich auf dem ersten Nichtabstiegsplatz liegt, beim designierten Absteiger SF Schöneck, weshalb Schleicher und Mannschaftsführer Fuchs von einem Erfolg der Rheinhessen ausgehen.

Saisonfinale am 7. Mai

Zum Saisonfinale am 7. Mai empfängt Mainz den SC Heusenstamm, der nach dem Sieg in Untergrombach den Klassenverbleib sicher hat. Der SCU trifft in seinem wohl vorerst letzten Zweitligaspiel auf den ebenfalls bereits geretteten TSV Schönaich. „Auch wenn wir letztlich in die Oberliga absteigen sollten, darf man eines nicht vergessen: eigentlich können wir finanziell nicht mit den anderen Zweitligisten mithalten, trotzdem haben wir elf Jahre in Folge in der Zweiten Liga gespielt. Das soll uns erst einmal jemand nachmachen“, betonte Schleicher stolz.

Der 7. Spieltag im KURIER: "Bittere Heimniederlage" (PDF)