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Oberliga: Walldorf überrollt den SCU

Einer der wenigen Lichtblicke war der Einsatz von Markus Krieger an Brett 7 der mit Schwarz ein Remis erkämpfte

Am vierten Spieltag der Oberliga empfing der SC Untergrombach den SV Walldorf in der Joß-Fritz-Schule. Walldorf hatte stark aufgestellt, erstmals war ihr nominelles Spitzenbrett an Bord, dafür fehlte Adrian Gschnitzer. Der SCU hielt mit GM Davor Rogic am ersten Brett dagegen, musste jedoch auf IM Fuchs und FM Kountz verzichten. Walldorf war überlegen, was dann kam, hatte jedoch kaum jemand erwartet: Der SCU wurde förmlich überrollt.

Zum Auftakt unterlag erneut FM Schneider am dritten Brett kurz und schmerzlos dem rund 100 Punkte überlegenen FM Vonthron. Die Leistung Schneiders erinnert an die vergangene Seuchensaison, an deren Ende der SCU dann sieglos aus der zweiten Liga abgestiegen war. Stammspieler wie er müssen schleunigst den Hebel umlegen, wenn es mit dem Klassenerhalt noch etwas werden soll.


Wieder nur zwei Stunden gespielt und nicht den Hauch einer Chance: FM Schneider unterliegt mit Schwarz am dritten Brett

Eine gute Leistung bot FM Dr. Joachim Sieglen am zweiten Brett mit Weiß, dessen Gegner IM Dr. Gschnitzer zwar nahezu 200 ELO mehr aufzuweisen hatte, die Stellung von Sieglen jedoch nie ernsthaft in Gefahr bringen konnte. Noch vor der Zeitkontrolle bot Sieglen Remis, was sein Walldorfer Kontrahent sofort annahm.


Hat die Niederlage vom letzten Spieltag gut weggesteckt: FM Dr. Sieglen (mit Weiß) spielte solide und remisierte

Kurz vor der Zeitkontrolle wendete sich dann das Blatt. Zuerst musste FM Thomas Raupp aufgeben, in dessen Königsstellung auf h7 ein gegnerischer Läufer eingeschlagen war. Anschließend geriet Raupp unter starken Druck, dem er nicht mehr standhalten konnte.


Carlos Hauser mit Weiß rechnet gerade Lxe7 Dxe7 Lxh7! durch und wird es auch gleich aufs Brett bringen. FM Raupp sieht die Probleme bereits kommen...

Nur Minuten darauf ging auch das letzte Brett verloren, dies war umso bitterer weil Wolfgang Weiler eine Gewinnkombination übersehen hatte. Sein Gegner gab nach der Partie verschmitzt lächelnd zu, dass er da etwas übersehen habe. Leider auch der Untergrombacher und so stand es bereits 0,5:3,5.


In dieser frühen Phase war noch alles gut für Wolfgang Weiler (Weiß) am achten Brett.

Endgültig verloren ging der Kampf nach der Aufgabe von FM Hans Wiechert, dessen König im Endspiel in die Brettmitte getrieben wurde, wo er aufgrund der Anzahl an verbliebenen Figuren nichts verloren hatte. Nach dieser Niederlage war die Begegnung bereits verloren, da es nun 0,5:4,5 stand. Es kam aber noch schlimmer für den SCU.


Auch FM Wiechert (Weiß) hatte einen ELO-überlegenen Gegner und musste sich am Ende FM Dr. Adler geschlagen geben

Der dickste Hammer kam am Spitzenbrett, wo GM Davor Rogić eigentlich klarer Favorit gegen Walldorfs IM Tompa war. Über Zeitnot sagt Rogić gerne, dass dies keine Option ist, aber hier kam er selbst unter Zeitdruck und überzog vor der Zeitkontrolle seine Stellung völlig. Kopfschüttelnd saß er am Spitzenbrett und suchte nach einem Ausweg. Er opferte weiter, um mit einem Turm weniger ein Dauerschach zu finden, aber IM Tompa ließ nichts zu. Die Überraschung war perfekt, auch der sonst so zuverlässige Kroate konnte diesmal nicht liefern.


Reihte sich ein in die Reihe schwacher Leistungen auf Seiten des SCU: GM Rogić unterliegt mit Schwarz IM Tompa

Oliver Prestel am vierten Brett hatte es mit dem deutschen U16-Meister David Färber zu tun, ein echt schwerer Brocken für Prestel. Dennoch sah die Stellung eigentlich lange im Gleichgewicht befindlich aus, aber Prestel suchte nach einem Gewinnweg und griff unter Preisgabe von Material den schwarzen König an. Färber konterte cool und ließ Prestel mit einer Stellungsruine zurück, so dass er nur noch aufgeben konnte. 0,5 zu 6,5! Ein rabenschwarzer Tag für den SCU. 


Die Gewinnversuche von Oliver Prestel erwiesen sich als überambitioniert. David Färber (Schwarz) sagt danke, verteidigte umsichtig und nahm den Punkt mit

Der einzige Lichtblick neben FM Dr. Sieglen war die Leistung von Markus Krieger am siebten Brett, der für IM Fuchs eingesprungen war. Krieger kam zwar mit einem platten Reifen in Untergrombach an, in seinem Spiel war die Luft aber nicht raus. Er spielte furchtlos und unter beiderseitigem hohen Zeitverbauch konnte er mit Schwarz die Stellung gegen FM Prof. Dr. Weber immer in Remisbreite halten. Nach langem Kampf war das Endspiel dann auch tatsächlich nicht mehr zu gewinnen für den Walldorfer und der rund 200 ELO stärkere Weißspieler gab die Partie Remis. Ein schöner Erfolg für Markus Krieger, der allerdings am nächsten Spieltag der zweiten Mannschaft schmerzlich fehlen wird.

In der Tabelle ziert Untergrombach den letzten Rang und obwohl es derzeit nur zwei Absteiger aus der Oberliga gäbe, ist das rettende Ufer bereits drei Punkte entfernt, da Dreiländereck völlig überraschend mit schwacher Aufstellung den Tabellenführer Viernheim II besiegte. Einerseits zeigen solche Ergebnisse, wie eng die Liga beisammen ist. Andererseits fehlt dem SCU bislang einfach das Quäntchen Glück, was andere bereits hatten. Gegen Walldorf hätte Glück nichts mehr genutzt, zu schwach war die Leistung der Untergrombacher Spieler. Eine ganz erhebliche Steigerung wird nötig sein, wenn es am nächsten Spieltag im Auswärtsspiel gegen Baden-Baden III zu Punkten reichen soll.

von Ralf Toth

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