Pokal Spielplan Viertelfinale

Bezirksmannschaftspokal Karlsruhe 2025/2026

Mannschaftsführer: Ralf Toth

Viertelfinale Bezirkspokal: 14.12.2025

Karlsruher SF

2174 -

SC Untergrombach

2182

1½ - 2½

SF Forst 1902 -

SF Neureut

1972

1½ - 2½

SC Bretten 1413 -

TSV Bulach

1535

1 - 3

SSV Bruchsal 2

1975 - SC Waldbronn 1898

3 - 1

Viertelfinale: Einzelergebnisse

Brett

Karlsruher SF

DWZ -

SC Untergrombach

DWZ

Ergebnis

1 Joeres, Stefan 2219 - FM Dauner, Benedikt 2331

0 - 1

2 Scheinmaier, Mark 2015 - Doll, Stefan 2140

0 - 1

3 Pfatteicher, Lukas 2255 - Simon, Florian 2083

1 - 0

4 FM Pfrommer, Christoph 2207 - Hayen, Andre 2074

½

Spielbericht

von Florian Simon

Im Viertelfinale des Bezirksmannschaftspokals ging es für den SCU zu den Karlsruher Schachfreunden. Ein für beide Seiten sehr undankbares Los, bedeutete dies doch das frühe Aufeinandertreffen der zwei wohl stärksten Mannschaften im Wettbewerb. Da sich nur die Top 3 aus dem Bezirk für den Badischen Mannschaftspokal im Frühling qualifizieren, würde die Pokalsaison für eines der beiden Teams bereits enden. Die KSF stellten wie erwartet stark auf, doch Untergrombach hatte mit FM Benedikt Dauner ein Ass im Ärmel, sodass im Vorfeld kein Favorit auszumachen war.

Andre Hayen steuerte früh ein solides Remis bei. Er spielte eine risikoarme Variante, die seinem Gegner keinerlei Angriffspunkte bot. Figuren wurden getauscht, das Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern wollten die Kontrahenten dann verständlicherweise nicht mehr ausdiskutieren und man einigte sich nach 20 Zügen auf die Punkteteilung.

Am Spitzenbrett griff FM Benedikt Dauner zum Londoner System und es entstand eine komplexe Stellung, in der zunächst alle Figuren auf dem Brett blieben. Weiß etablierte den typischen starken Springer auf e5 und beide Seiten warteten mit der Rochade ab, um sich keinem Angriff auszusetzen. Schwarz schloss das Zentrum und rückte am Damenflügel vor, während Dauner den Vorstoß am Königsflügel vorbereitete. Sein Gegner hatte sich dagegen vermeintlich abgesichert, fand sich aber in einer Situation wieder, in der plötzlich alle seine Optionen konkret scheiterten.


Dauner - Joeres, Stellung nach 17. g4

Nach 17. …hxg4 18. hxg4 Txh1+ 19. Dxh1 hat Schwarz keine gute Antwort: 19. …Sd6 20. Dh8+  gewinnt eine Figur, 19. …Sg7 20. Dh8+ Lf8 21. Lh4 führt zu entscheidendem Angriff. 17. …Sg7 ist positionell desaströs, in der Partie kam daher 17. …Sd6 und nach 18. gxh5 Txh5 (18. …gxh5 19. Tg1, 18. …Sxh5 19. Sxg6!)  19. Sxg6! hatte Weiß einen Bauern gewonnen und bekam die offene g-Linie gleich mit dazu.

Der folgende Königsangriff war schnell und brutal, Dauner opferte zuletzt gar die Dame für einen Springer um den finalen Gegenspielversuch abzuwehren und setzte den schwarzen König in der Brettmitte matt. Eine makellose Partie des Untergrombachers.

Stefan Doll bekam mit Schwarz eine zahme Variante des Vierspringerspiels aufs Brett und hielt die Stellung zunächst geschlossen. Früh verlagerte sich das Geschehen an den Damenflügel, wo Weiß durch eine kleine Taktik einen Bauern einsammelte. Doll fand nicht die richtige Fortsetzung, verlor einen zweiten und musste mit ansehen, wie sein Gegner einen Freibauern nach c6 vorrückte. Völlig ohne Not tauschte Weiß dann jedoch seinen starken weißfeldrigen Läufer gegen einen Springer. Plötzlich hatte Schwarz auf der langen Diagonale Spiel gegen den weißen König und die Deckung des c-Freibauern war erschwert. In der Zeitnotphase kam es zu einem taktischen Gemetzel, Doll verpasste die Gelegenheit in ein potenziell haltbares Endspiel mit Minusqualität abzuwickeln und gab schließlich einen ganzen Turm für eine letzte Schwindelchance. Einen Zug später endete die Partie, denn Weiß war in die Falle getappt – Matt in zwei. In Slapstick-Manier hatte Doll das Match für den SCU entschieden.

Mein Gegner wählte eine Nebenvariante im Grünfeld, welche zu äußerst konfusen Stellungsbildern führt und in der sich beide Seiten auf dünnem Eis bewegen. Recht schnell war ein Endspiel erreicht, ich stand mit Schwarz aktiv und bequem, während Weiß keinen guten Plan vorzuweisen hatte. Nach dem Tausch meines Turms für Läufer und zwei Bauern stand ich „vom Gefühl her“ schon auf Gewinn. Doch ich hatte die aufziehende Gefahr für meinen König unterschätzt und musste kreative Lösungen finden, um überhaupt in der Partie zu bleiben. Schließlich wickelte Weiß in das Endspiel Turm und Springer gegen Turm ab, ein theoretisches Remis. Nach fünfeinhalb Stunden Spielzeit und nicht weit vom Remis durch die 50-Züge-Regel entfernt ließ ich mich dann tatsächlich in einem Mattnetz fangen. Höchst peinlich und im Nachhinein schwer zu erklären, glücklicherweise aber nicht mehr entscheidend für das Mannschaftsergebnis.

Am Ende steht also ein hart erkämpftes und angesichts der Partie an Brett 2 sicherlich glückliches 1,5:2,5 für den SCU. Damit ist das Halbfinale erreicht, hier gilt es Ende Januar die Qualifikation zum Badischen Mannschaftspokal klarzumachen.