2. Mannschaft Erster Spieltag

Verbandsliga Nord - Verbandsrunde 2025/26

Absteiger aus Oberliga: SC Eppingen 2
Aufsteiger aus Landesliga: SC Untergrombach 3, SC Neckargmünd

Mannschaftsführer: Ralf Toth

Erster Spieltag: 12.10.2025

SF Bad Mergentheim 3

1872 -

SC Untergrombach 2 (N)

2068

2 - 6

SC Pforzheim 2040 - SK Ettlingen 2 2068

4 - 4

SC Viernheim 3 1970 - SSV Bruchsal 1974

4 - 4

SC Neckargmünd (N) 1852 - SC Eppingen 2 (A) 1982

3½ - 4½

BG Buchen 2155 - Mosbacher SC 1999

5½ - 2½

Erster Spieltag: Einzelergebnisse

Brett

SF Bad Mergentheim 3

DWZ  

SC Untergrombach 2

DWZ

Ergebnis

1 Raps, Johannes 2068 - FM Dr. Podat, Vladimir 2289

½

2 Dr. Groß, Willi 2040 - FM Raupp, Thomas 2243

½

3 Oden, Edgar 1876 - Simon, Florian 2083

0 - 1

4 Kistner, Sinan 1874 - FM Kountz, Jochen 2119

½

5 Delos Santos, Mark 1880 - Uyar, Levin 2046

0 - 1

6 Hoppe, Erich 1755 - Doll, Stefan 2108

0 - 1

7 Dr. Lipstein, Lew 1789 - Bopp, Sven 1854

½

8 Brunkardt, Elena 1695 - Jung, Niklas 1802

0 - 1

Erster Spieltag: Tabelle

Rang Mannschaft Spiele Punkte Brettpkt. BW DWZ-Schnitt

1.

SC Untergrombach 2 (N)

1

2:0

6

25

2068

2. BG Buchen 1 2:0 26 2155
3. SC Eppingen 2 (A) 1 2:0 21½ 1982
4. SC Viernheim 3 1 1:1 4 18½ 1970
  SC Pforzheim 1 1:1 4 18½ 2040
6. SSV Bruchsal 1 1:1 4 17½ 1974
7. SK Ettlingen 2 1 1:1 4 16½ 2068
8. SC Neckargmünd (N) 1 0:2 14 1852

9.

Mosbacher SC

1

0:2

10

1999

10.

SF Bad Mergentheim 3

1

0:2

2

11

1872

Spielbericht

Von Ralf Toth

Nach dem Aufstieg aus der Landesliga in der vergangenen Saison darf der SC Untergrombach 2 nun in der Verbandsliga antreten. Hier hängen die Trauben erheblich höher, ansonsten ist es das gleiche Prozedere wie im Vorjahr, nur die Partien werden standardmäßig vom BSV erfasst - eine Arbeit, die nicht nur, aber ganz besonders der Schreiber dieser Zeilen zu würdigen weiß, erspart sie doch viel Arbeit in der Berichterstattung. Der Dank geht an Stefan Haas, der seit vielen Jahren in perfekter Qualität diesen Service anbietet. 

Untergrombach musste den Abgang seines ursprünglichen Spitzenbretts FM Hans Wiechert kompensieren, dies gelang am ersten Spieltag problemlos aufgrund der bestmöglichen Aufstellung der ersten Mannschaft, so dass der SCU mit gleich drei Titelträgern den weiten Weg nach Bad Mergentheim antreten konnte. 


Verbandsligist SC Untergrombach 2: Niklas Jung, Levin Uyar, Sven Bopp, Florian Simon, Stefan Doll, Jochen Kountz, Thomas Raupp, Dr. Vladimir Podat (vlnr).

Nach nicht einmal zwei Stunden Spielzeit kam bereits das erste Ergebnis, es war eine Punkteteilung am Spitzenbrett, wo es Johannes Raps gelungen war, gegen den katalanischen Aufbau von FM Dr. Vladimir Podat in eine völlig symmetrische Stellung zu kommen und so den starken Ukrainer zu neutralisieren. Zwar war die Stellung nach neunzehn Zügen nicht ausgekämpft, aber es war sehr schwer zu erkennen, wie Weiß noch einen Vorteil nachweisen wollte. So war die Punkteteilung die logische Konsequenz.


Konnte keinen erkennbaren Vorteil erspielen und teilte die Punkte: FM Dr. Vladimir Podat am Spitzenbrett mit Weiß.

Nur kurz darauf folgte die zweite Punkteteilung, diesmal an Brett 7. Dort kam Sven Bopp mit Weiß in der Drachenvariante der Sizilianischen Verteidigung in eine Abtauschvariante und wollte das entstandene Endspiel nicht weiter diskutieren, zumal es an den anderen Brettern für seine Mannschaft schon recht aussichtsreich aussah. Insofern war die Punkteteilung mit einem nominell gleichwertigen Gegner folgerichtig. 


Sven Bopp sammelte mit Weiß einen ungefährdeten halben Punkt für seine Mannschaft ein. 

Nach rund drei Stunden Spielzeit brachte dann Niklas Jung am achten Brett seine Mannschaft in Führung. Mit Schwarz griff er zum klassischen System in der Sizilianischen Verteidigung und konterte die ungestümen weißen Angriffsversuche gekonnt aus. Seine Stellung war schon früh entschieden, denn Weiß musste eine Figur für zwei Bauern geben. Jung beließ seinen König in der Mitte, wo er jedoch aufgrund der sich vor ihm auftürmenden Bauern- und Figurenkonstellation gut geschützt war. Der weiße Angriff war vorbei, bevor er begonnen hatte und Jung nutzte den materiallen Vorteil konsequent und ungefährdet zum Sieg aus. 


Niklas Jung konterte mit Schwarz geschickt alle Angriffsbenühungen aus und gewann sicher. 

Nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit steuerte FM Jochen Kountz eine weitere Punkteteilung zum Gesamtergebnis bei. In der symmetrischen Variante der Englischen Eröffnung gelang es keinem der beiden Spieler, entscheidenden Vorteil zu erringen. FM Kountz postierte seine Figuren am Damenflügel um die halboffene b-Linie zu nutzen und lehnte in ausgeglichener, aber noch spielbarer Stellung ein Remisgebot ab. Nach kurzem Lavieren kam es dann doch zur verdienten Punkteteilung. 


FM Jochen Kountz agierte auch mit Schwarz gewohnt souverön und ließ nichts anbrennen. 

Der Zwischenstand von 1,5:2,5 für die Gäste aus Untergrombach war nur auf dem Papier ein knappes Ergebnis, denn nun sammelten drei Spieler nacheinander die sich abzeichnenden Siege ein, wobei Levin Uyar ein wenig Glück im Endspiel benötigte. Noch vor der Zeitkontrolle führte Florian Simon seinen starken Angriff zum Erfolg. Simon war mit 6,5 aus 7 einer der Leistungsträger für den Aufstieg aus der Landesliga und setzte seine Serie nahtlos fort. Mit Weiß glänzte Simon einmal mehr mit tiefer und umfassender Eröffnungsvorbereitung. Im angenommenen Damengamit kam er mühelos aus der Eröffnung, sein druckvolles Spiel erzwang förmlich gegnerische Ungenauigkeiten, so dass der Untergrombacher zum Königsangriff ansetzte. Eine weitere Folge seiner agressiven Vorgehensweise war der hohe beiderseitige Zeitverbrauch, unter dem allerdings vor allem das schwarze Spiel sichtlich litt. In schwieriger Stellung genügte ein schwarzer Fehler (20. ... Th6) und die Stellung brach in wenigen Zügen zusammen. Die Stellung ist ab dem dreiundzwanzigsten Zug hoffnungslos verloren, dennoch spielte Schwarz noch fast bis zur Zeitkontrolle weiter, ehe er genug gesehen hatte.


Konservierte die Top-Form der Vorsaison: Florian Simon erfüllte mit Weiß alle Erwartungen. 

Die Geschichte vom Untergrombacher Sieg am sechsten Brett ist schnell erzählt. Im Fußball würde man von einem Spiel auf ein Tor sprechen. Stefan Doll egalisierte problemlos den weißen Anzugsvorteil in der Eröffnung (auch hier Damengambit) und startete einen vielversprechenden Bauernvorstoß am Damenflügel, wo Doll nach zwanzig Zügen die Bauernmajorität erspielt hatte. Weiß setzte konsequenterweise auf einen Angriff am Königsflügel, der zwar gefährlich aussah, objektiv hatte Doll die Situation aber zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle: Während er gleichzeitig die weißen Drohungen abwehrte, nutze er kurze Pausen im weißen Angriff, in denen dieser Figuren umgruppieren musste, um seine Bauern am Damenflügel weiter vorzustoßen. Nach fünfundzwanzig Zügen war der schwarze Vorteil öffensichtlich und Weiß musste eine Qualität geben, um im Spiel zu bleiben. Nun waren aber die Vorzeichen umgekehrt, plötzlich griff Schwarz an und Weiß musste verteidigen. In zunehmend schwieriger Stellung entschied sich der Bad Mergentheimer, eine letzte Attacke um jeden Preis am Königsflügel zu starten. Doll konterte auch diesen Angriff und Weiß musste aufgeben. 

Den letzten Sieg des Tages sammelte dann Lein Uyar ein, aber er musste bis ins Bauernendspiel gehen und dort auf einen Fehler des Gegners lauern, der dann auch glücklicherweise geschah. Nach einer für Schwarz gelinde formuliert unglücklich gelaufenen Eröffnungsphase unter hohem Zeitverbrauch (Zweispringervariante im Caro-Kann)  war Uyar lange Zeit am Drücker und klar im Vorteil. Im Mittelspiel verlor dieser dann aber den Faden und tauschte seinen starken Springer ein. Urplötzlich konnte sich Schwarz konsolidieren und die Fehler aus der Eröffnung vergessen machen. Unter dem Druck der Uhr fand der Bad Mergenheimer traumwandlerisch die richtigen Züge und war auf dem Weg zum sicheren Remis bis, ja bis zu diesem verhängnisvollen 43. Zug, als der schwarze König auf das falsche Feld abbog, ein Zug, der über Remis oder Niederlage unmittelbar entschied. Bitter für den Heimspieler, der sich nach schwachem Beginn sehr stark zurück in die Partie gekämpft hatte und am Ende doch mit leeren Händen dastand. 


Levin Uyar (vorne mit Weiß) benötigte das Glück des Tüchtigen zu seinem Sieg. Stefan Doll (dahinter mit Schwarz) ließ zu keiner Zeit einen Zweifel daran, wer als Sieger vom Brett gehen würde. 

Als letztes spielte noch FM Thomas Raupp. Der Untergrombacher egalisierte mit Schwarz nicht nur früh den weißen Anzugsvorteil, sondern kam sogar mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung. Die sich öffnende c-Linie besetzte der Untergrombacher Titelträger mit seinen Schwerfiguren und kontrollierte diese auch nach einigen Abtäuschen, Weiß musste präzise verteidigen, was aber auch gut gelang. Nachdem beide Spieler in ein Springerendspiel abgewickelt hatten, begann ein letzter, spannender Kampf, in dem es auf die richtigen Bauernzüge und korrekte Berechnung der Springermanöver ankam. Beide Spieler schenkten sich in dieser voll ausgekämpften Partie nichts, am Ende hatte der Heimspieler sein Ziel einer Punkteteilung verdient durch eine fehlerfreie Leistung erreicht, während Thomas Raupp einmal mehr ungebrochenen Kampfgeist demonstrierte und mit dieser Einstellung ein echtes Vorbild ist.


Ein echtes Vorbild in Sachen "Kampfgeist": FM Thomas Raupp, hier mit Schwarz am zweiten Brett.

Die weite Auswärtsfahrt zum Saisonauftakt hatte sich für den SCU also gelohnt. Mit dem hohen 6:2-Sieg übernahm der Aufsteiger sogar für einen Spieltag die Tabellenführung. Dass dies nur eine Momentaufnahme ist, versteht sich von selbst und die "dicken Brocken" der Liga (und dazu gehören quasi alle anderen Teams mit Ausnahme von Mitaufsteiger Neckargmünd) stehen alle noch bevor. Dennoch hat auch Aufsteiger SCU noch den einen oder anderen Pfeil im Köcher und kann seine Aufstellung durchaus noch verbessern. Gelegenheit zum Nachlegen gibt es am 9. November beim Heimspiel gegen den Meisterschaftsmitfavoriten SC Viernheim 3.

Partien

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12.10.2025