2. Mannschaft Sechster Spieltag
Verbandsliga Nord - Verbandsrunde 2025/26
Absteiger aus Oberliga: SC Eppingen 2
Aufsteiger aus Landesliga: SC Untergrombach 3, SC Neckargmünd
Mannschaftsführer: Ralf Toth
Sechster Spieltag: 22.02.2026
SC Eppingen 2 (A) |
1987 | - | SC Untergrombach 2 (N) |
2160 | 3 -5 |
| Mosbacher SC | 2004 | - | SSV Bruchsal | 1966 | 3½ - 4½ |
| SC Neckargmünd (N) | 1828 | - | SK Ettlingen 2 | 2002 | 3½ - 4½ |
| BG Buchen | 2121 | - | SC Pforzheim | 1997 | 7 - 1 |
| SF Bad Mergentheim 3 | 1968 | - | SC Viernheim 3 | 2001 | 4½ - 3½ |
Sechster Spieltag: Einzelergebnisse
| Brett | SC Eppingen 2 |
DWZ | SC Untergrombach 2 |
DWZ | Ergebnis |
|
| 1 | FM Miltner, Arndt | 2156 | - | FM Dr. Podat, Vladimir | 2289 | 0 - 1 |
| 2 | Bay, Nicolai | 2044 | - | FM Raupp, Thomas | 2243 | 1 - 0 |
| 3 | Beer, Markus | 2024 | - | FM Schneider, Bernd | 2157 | 1 - 0 |
| 4 | Welz, Thomas | 2060 | - | Hayen, Andre | 2103 | 0 - 1 |
| 5 | Reimold, Jonas | 1964 | - | Simon, Florian | 2083 | ½ |
| 6 | Hahn, Cedric | 1909 | - | FM Dr. Balzar, Andreas | 2254 | ½ |
| 7 | Fröhlich, Moritz | 1724 | - | Uyar, Levin | 2046 | 0 - 1 |
| 8 | Dekan, Hans | 2011 | - | Doll, Stefan | 2108 | 0 - 1 |
Sechster Spieltag: Tabelle
| Rang | Mannschaft | Spiele | Punkte | Brettpkt. | BW | DWZ-Schnitt |
1. |
BG Buchen |
6 |
11:1 |
30½ |
133½ |
2051 |
| 2. | SK Ettlingen 2 | 6 | 11:1 | 30½ | 127½ | 2040 |
| 3. | SC Untergrombach 2 (N) | 6 | 8:4 | 28 | 120½ | 2034 |
| 4. | SSV Bruchsal | 6 | 7:5 | 23½ | 120½ | 1983 |
| 5. | Mosbacher SC | 6 | 5:7 | 23½ | 104½ | 1953 |
| 6. | SF Bad Mergentheim 3 | 6 | 5:7 | 22 | 109½ | 1901 |
| 7. | SC Pforzheim | 6 | 5:7 | 18½ | 77 | 2011 |
| 8. | SC Eppingen 2 (A) | 6 | 4:8 | 22½ | 1116 | 1960 |
9. |
SC Viernheim 3 |
6 |
3:9 |
22 |
88½ |
1949 |
10. |
SC Neckargmünd (N) |
6 |
1:11 |
19½ |
93 |
1856 |
Die Auf- und Abstiegsregeln in der Landesliga Nord ergeben sich aus den höheren Ligen. Der Meister steigt sicher auf. Die beiden letztplatzierten Mannschaften steigen ab. Wenn in die beiden Landesligen Nord nur eine oder gar keine Mannschaft absteigt, erhöht sich die Anzahl der Aufsteiger entsprechend. An jedem Spieltag sind die Auf- und Abstiegsplätze farblich markiert.
Spielbericht
Der sechste Spieltag der Verbandsliga Nord führte den SCU 2 zur Zweitvertretung des SC Eppingen. Der dortige Spielort im Konferenzraum eines Hotels brachte einige unerwartete Annehmlichkeiten mit sich: Nicht nur lieferte das Hotelpersonal Getränkebestellungen direkt ans Brett, die Spieler durften sich ebenfalls zweier hauseigener Katzen erfreuen, die im Spielsaal ein- und ausgingen und das Geschehen verfolgten. Für Untergrombach ging es darum, der neuerlichen Serie von zwei Niederlagen ein Ende zu setzen. Die Voraussetzungen dafür waren gegeben, denn man konnte auf die bislang stärkste Aufstellung der Saison zurückgreifen. Zahlreiche „Teilzeitkräfte“ der ersten Mannschaft standen nun wieder zur Verfügung, im Vergleich zum vorigen Spieltag in Bruchsal wurde auf gleich sechs Positionen rotiert. Der SCU ging als klarer Favorit in die Begegnung gegen die im unteren Tabellenmittelfeld stehenden Eppinger.
Dass das Match dann doch schwieriger werden sollte als erwartet, bekam der Berichterstatter als erster zu spüren. Mein Gegner spielte Holländisch und wählte gegen das Staunton-Gambit eine minderwertige Variante, gegen die ich ein kleines Experiment vom Stapel ließ (7. Dh5+). Es entstand eine scharfe Stellung, in der Schwarz sofort Probleme zu lösen hatte, wobei mir bewusst war, dass ich objektiv stärkere Optionen zur Verfügung gehabt hätte. Der Plan ging immerhin teilweise auf, denn mein Gegner verbrauchte sehr viel Zeit. Allerdings fand er nicht nur gute Züge, sondern navigierte auch unbewusst an meiner sporadischen Vorbereitung vorbei. In der Folge ließ ich mich dann verleiten gegen seine Uhr zu spielen, nur leider eben auch zulasten meiner Stellung. Der in dieser Variante übliche weiße Plan den h-Bauern vorzustoßen, war konkret zu langsam, da Schwarz seinen Läufer auf b7 postierte und lang rochierte. Nach 16 Zügen stand ich miserabel und war kurz davor einen Bauern zu verlieren, als mein Gegner angesichts seiner knappen Zeit Remis bot. Ich nahm erleichtert an – eine Niederlage wäre hier hochverdient gewesen.
Eine nicht minder spannende Eröffnungsphase kam an Brett 7 zustande, wo Levin Uyar 3. Ld3 gegen Französisch spielte und sogleich vom seltenen 5. …Sbd7 überrascht wurde. Schwarz unterstützt damit die Zentrumshebel …c5 und …e5, die auch beide sogleich auf dem Brett landeten. Uyar eroberte mit einer Zwischenzugtaktik gleich zwei Bauern, wobei die aktiven schwarzen Figuren noch gute Kompensation versprachen. Sein Gegner entschied sich dafür sofort einen der Bauern zurückzugewinnen, doch er hätte gut daran getan zuerst zu rochieren. Denn nun postierte sich die weiße Dame auf d6 und der schwarze König steckte in der Mitte fest. Schwarz musste die Damen tauschen und die Kompensation für den verbliebenen Minusbauern war dahin. Im resultierenden Endspiel hätte der Freibauer auf der a-Linie die Partie zugunsten Uyars entschieden, sein Gegner stellte vorher aber eine Figur ein. 0,5:1,5 für Untergrombach.
FM Thomas Raupp bekam mit Schwarz eine seltene Variante des Alapin-Sizilianers vorgesetzt. Weiß rochierte kurz, Schwarz lang und es entwickelte sich ein taktischer Schlagabtausch im Zentrum. Raupp hatte zwei Springer für einen Turm, war allerdings unterentwickelt und musste zudem einen unangenehmen feindlichen Bauern auf f7 dulden. Noch bevor er den nötigen Entknotungsprozess abschließen konnte, bot sich für seinen Gegner eine kuriose Kombination. Nach einem einleitenden Qualitätsopfer steckte der schwarze König derart ungünstig zwischen seinen eigenen Leichtfiguren fest, dass weiße Schachgebote den Rückgewinn der übrigen Figur erzwangen. Das entstandene Endspiel mit Turm, Springer und Läufer gegen Turm und Läuferpaar war trotz gleicher Bauernzahl klar nachteilig für Raupp. Ein Blackout in Zeitnot sorgte dann für die endgültige Entscheidung und den Ausgleich zum 1,5:1,5.
Am Spitzenbrett sah sich FM Vladimir Podat mit der Skandinavischen Verteidigung konfrontiert, wobei sich sein Gegner für einen ungewöhnlichen Aufbau mit Doppelfianchetto entschied. Durchaus noch spielbar, doch Weiß erhielt eine bequeme und risikoarme Stellung, die es Podat erlaubte, sein starkes Positionsspiel zu demonstrieren. Schritt für Schritt verbesserte er seine Figuren, richtete sie gegen den schwarzen König und zwang sein Gegenüber passiv zu verteidigen. Nach ausgiebiger Vorbereitung war es schließlich Zeit für den „Dosenöffner“. Mit dem Vorstoß des h-Bauern hebelte Podat die gegnerische Fianchetto-Stellung an und entblößte den schwarzen König entscheidend. Sogleich fielen die lauernden weißen Figuren ein, Schwarz musste die Dame für Turm und Läufer geben und streckte die Waffen, als ein hoffnungsloses Endspiel erreicht war. 1,5:2,5 für den SCU.
Stefan Doll spielte mit Schwarz gegen Italienisch und baute sich solide auf – anders als sein Gegner, der sich über die strategischen Prinzipien dieser Eröffnung hinwegsetzte, indem er früh rochierte, den Bauern nach h3 vorzog und seinen Läufer nach g5 entwickelte. Maximale Provokation, Doll ließ sich nicht zweimal bitten und erwiderte h7-h6 und g7-g5. Nun lag stets der Hebel g5-g4 in der Luft, der die weiße Königsstellung öffnen würde. Aus Mangel an Alternativen verlagerte Weiß das Geschehen an den Damenflügel und versuchte dort die schwarze Entwicklung zu stören, durchaus mit Erfolg. Im 19. Zug (!) rochierte Doll kurz und zögerte auch in der Folge g5-g4 weiter hinaus. Doch plötzlich ergab sich für seinen Gegner eine vorteilhafte Konstellation für einen Damentausch. Ohne Angriffschancen war die löchrige schwarze Stellung nun strategisch verloren, zumal die weißen Figuren sehr aktiv standen. Doll musste sich auf eine undankbare Verteidigungsaufgabe einstellen und konnte sein Glück kaum fassen, als Weiß im 33. Zug mit seinen Türmen in eine Springergabel lief und sich die Partie mit einem Mal drehte. Die Mehrqualität verwertete der Untergrombacher ohne Probleme und der SCU erhöhte glücklich auf 1,5:3,5.
FM Bernd Schneider spielte mit Weiß eine Mischung aus Läuferspiel und Wiener Partie und kam mit solidem Vorteil aus der Eröffnung. Zwar gab er sein hochgeschätztes Läuferpaar ab, der Vorstoß f2-f4 bescherte ihm aber die potenziell nützliche halboffene f-Linie. Nach beidseitiger kurzer Rochade durfte sich Weiß gewisse Angriffschancen ausrechnen. Schneider vergrößerte zunächst seinen Raumvorteil im Zentrum und rückte dafür auch den Turm von der f-Linie ab. Das gab seinem Gegner nun allerdings Zeit seine Figuren für den Gegenstoß f7-f5 in Stellung zu bringen. Mit einem Mal übernahm Schwarz die Initiative und preschte mit seiner Bauernmehrheit am Königsflügel vor. Weiß kontrollierte zwar noch die offene e-Linie, dort passierte allerdings wenig. Und selbst der hart erkämpfte Damentausch verschaffte Schneider keine Linderung, zumal seine eigene Bauernmehrheit am Damenflügel einen wenig hilfreichen Doppelbauern beinhaltete. Im entstandenen Endspiel mit jeweils Springer und Läufer gab es immerhin noch Schwindelchancen und zwischenzeitlich sogar die Möglichkeit trotz Minusbauer eine Art Festung zu errichten. Das war aber nicht leicht zu sehen, die Chance blieb ungenutzt und so war der zweite Eppinger Sieg an diesem Tag die logische Folge – nur noch 2,5:3,5.
Die Partie an Brett 4, wo Andre Hayen gegen das Londoner System einen symmetrischen Aufbau wählte, erntete bereits in ihrem Frühstadium irritierte Blicke. Die weiße Dame auf b1, der weiße König auf d1 – und alles noch Theorie! Schwarz rochierte schließlich lang, alle Leichtfiguren wurden getauscht und ein spannendes Wettrennen begann. Unterstützt von seiner auf a1, b1 und c1 aufgestellten Schwerfigurenbrigade stieß Weiß seine Bauern am Damenflügel vor, um dem schwarzen König das Leben schwer zu machen. Hayen versuchte derweil irgendwie über den Königsflügel an den im Zentrum verbliebenen gegnerischen Monarchen heranzukommen und warf dafür auch einen Bauern über Bord. Als sein Gegner den falschen von zwei Bauerndurchbrüchen verhinderte, drang die schwarze Dame schließlich ins weiße Lager ein und begann dort Unruhe zu stiften. Mit Erfolg, denn Weiß ließ weitere Ungenauigkeiten folgen, sodass ein Bauer nach dem anderen verloren ging. Letztlich waren es drei Mehrbauern für Hayen, eigentlich eine klare Sache. Doch der einzig verbliebene weiße Bauer stand jetzt bärenstark auf e7 und fesselte die schwarzen Türme an die Grundreihe. Es oblag folglich der schwarzen Dame nun endgültig zum Matchwinner zu avancieren, indem sie die gegnerischen Mattdrohungen abdeckte, den eigenen c-Freibauern unterstützte und sich im allerletzten Zug für dessen Umwandlung opferte. Eine furiose Partie, die Spieler wie Beobachter nicht wenige Nerven kostete und das Match zugunsten des SCU entschied.
Auch FM Dr. Andreas Balzar durfte mit Schwarz gegen das Londoner System ran, ganz im Gegensatz zur vorigen Partie passierte hier aber lange recht wenig. Figuren wurden getauscht, bis nach 26 Zügen ein Endspiel mit jeweils Dame und Springer auf dem Brett war. Weiß stand aktiver, hatte mehr Raum und eine vielversprechende Bauernmehrheit am Damenflügel. Nach einigen ungenauen Zügen Dr. Balzars begann die Partie tatsächlich zu kippen und ein Bauer kam abhanden. Sein Gegner verzichtete in der Folge mehrfach auf den Damentausch, da der schwarze König im Springerendspiel die bessere Ausgangsposition gehabt hätte. Diese Entscheidung sollte sich aber schnell rächen, denn plötzlich steckte der weiße Springer auf b7 fest und war nur durch Rückgabe des Mehrbauern wieder zu extrahieren. Danach konnte nur noch Dr. Balzar auf Gewinn spielen, was er auch noch einige Zeit versuchte – das reduzierte Material und der offene schwarze König machten die weiße Verteidigungsaufgabe aber recht leicht.
Am Ende steht ein schmeichelhafter 3:5-Sieg des SCU, der seiner großen Favoritenrolle kaum gerecht wurde. Sechs Untergrombacher standen zumindest phasenweise deutlich schlechter und eine Mannschaftsniederlage schien lange Zeit im Bereich des Möglichen, bis sich die Eppinger schließlich Brett für Brett selbst um den Lohn brachten. Die sich bietenden Chancen gilt es allerdings auch erst einmal auszunutzen und hierin war Untergrombach an diesem Tag eiskalt.
Der SCU 2 steht damit weiterhin auf dem dritten Tabellenplatz der Verbandsliga. Nach zwei Auswärtsfahrten wird die nächste Runde wieder in der Untergrombacher Bundschuhhalle gespielt, zu Gast ist dann der Mosbacher SC.