2. Mannschaft Siebter Spieltag
Verbandsliga Nord - Verbandsrunde 2025/26
Absteiger aus Oberliga: SC Eppingen 2
Aufsteiger aus Landesliga: SC Untergrombach 3, SC Neckargmünd
Mannschaftsführer: Ralf Toth
Siebter Spieltag: 22.03.2026
SC Untergrombach 2 (N) |
2135 | - | Mosbacher SC |
1738 | 6½ - 1½ |
| SC Viernheim 3 | 1992 | - | SC Eppingen 2 (A) | 1905 | 4 - 4 |
| SSV Bruchsal | 1922 | - | SC Neckargmünd (N) | 1858 | 6 - 2 |
| SK Ettlingen 2 | 2078 | - | BG Buchen | 2058 | 4 - 4 |
| SC Pforzheim | 2068 | - | SF Bad Mergentheim 3 | 1898 | 5 - 3 |
Siebter Spieltag: Einzelergebnisse
| Brett | SC Untergrombach 2 |
DWZ | Mosbacher SC |
DWZ | Ergebnis |
|
| 1 | FM Dr. Podat, Vladimir | 2289 | - | Dr. Adocchio, Giampiero | 2172 | ½ |
| 2 | FM Raupp, Thomas | 2243 | - | Piekors, Mark | 2061 | 1 - 0 |
| 3 | IM Maier, Christian | 2251 | - | Mattern, André | 2061 | ½ |
| 4 | Hayen, Andre | 2103 | - | Dr. Schnirch, Andreas | 2003 | ½ |
| 5 | Simon, Florian | 2083 | - | Süß, Stefan | 1645 | 1 - 0 |
| 6 | FM Kountz, Jochen | 2119 | - | Schmitt, Kevin | 1433 | 1 - 0 |
| 7 | Doll, Stefan | 2108 | - | Rodriguez, José | 1302 | 1 - 0 |
| 8 | Bopp, Sven | 1854 | - | Weltin, Wieland | 1223 | 1 - 0 |
Siebter Spieltag: Tabelle
| Rang | Mannschaft | Spiele | Punkte | Brettpkt. | BW | DWZ-Schnitt |
1. |
BG Buchen |
7 |
12:2 |
34½ |
159 |
2052 |
| 2. | SK Ettlingen 2 | 7 | 12:2 | 34½ | 140 | 2045 |
| 3. | SC Untergrombach 2 (N) | 7 | 10:4 | 34½ | 148½ | 2048 |
| 4. | SSV Bruchsal | 7 | 9:5 | 29½ | 132 | 1975 |
| 5. | SC Pforzheim | 7 | 7:7 | 23½ | 106½ | 2020 |
| 6. | SC Eppingen 2 (A) | 7 | 5:9 | 26 | 130 | 1952 |
| 7. | SF Bad Mergentheim 3 | 7 | 5:9 | 25 | 124½ | 1900 |
| 8. | Mosbacher SC | 7 | 5:9 | 25 | 112½ | 1922 |
9. |
SC Viernheim 3 |
7 |
4:10 |
26 |
102 |
1955 |
10. |
SC Neckargmünd (N) |
7 |
1:13 |
21½ |
105 |
1856 |
Die Auf- und Abstiegsregeln in der Landesliga Nord ergeben sich aus den höheren Ligen. Der Meister steigt sicher auf. Die beiden letztplatzierten Mannschaften steigen ab. Wenn in die beiden Landesligen Nord nur eine oder gar keine Mannschaft absteigt, erhöht sich die Anzahl der Aufsteiger entsprechend. An jedem Spieltag sind die Auf- und Abstiegsplätze farblich markiert.
Spielbericht
Untergrombach 2 (rechts, vorne mit Spitzenbrett FM Dr. Vladimir Podat) gegen Mosbach
Siebter Spieltag in der Verbandsliga Nord, endlich wieder ein Heimspiel für den SCU 2. Zu Gast war die Truppe des Mosbacher SC, die eine lange Anreise auf sich genommen hatte. Wir gingen wieder mit einer starken Aufstellung an den Start, wobei IM Christian Maier (Dritter der FIDE-Senioren-WM Ü65) sein Debüt fürs Team feierte. Noch günstiger wurde die Konstellation für uns, da die im Tabellenmittelfeld situierten Mosbacher ihre Stammbretter 5 bis 8 in tiefere Mannschaften beorderten, um dort jeweils im Abstiegskampf auszuhelfen. Entsprechend waren wir vor allem an den hinteren Brettern deutlich favorisiert. Und gewillt es nicht wieder so spannend zu machen wie am vorigen Spieltag in Eppingen…
Zwei Partien fanden ein recht schnelles Ende. FM Vladimir Podat spielte Nimzo-Indisch und bot in der Sämisch-Variante nach acht Zügen Remis, was sein Gegner annahm. Der Computer sieht im letzten Zug von Schwarz eine ernsthafte Ungenauigkeit, da Weiß die Spannung im Zentrum aufrechterhalten und den typischerweise schwachen Bauern c4 leicht verteidigen kann. Aber wo kommen wir hin, wenn wir anfangen Kurzremisen zu hinterfragen?
In jedem Fall gab es an Brett 6 mehr Action zu beobachten, denn FM Jochen Kountz entfesselte seinen inneren Paul Morphy und gab ein Potpourri der besten e4-e5-Gambitvarianten zum Besten. Im Versuch eines Vierspringerspiels spielte er ein „Evans-Gambit“ (7. b4), ein „Schottisches Gambit“ (9. d4) und setzte mit einem Läuferopfer auf f7 den Deckel drauf. Schwarz fand nie in die Partie und hatte nach 13 Zügen genug gesehen, 1,5:0,5 für den SCU.
Den Preis für die schrägste Eröffnung des Tages verdiente sich Debütant IM Christian Maier mit dem „Theoriekiller“ 5. …Lg4 im Sg5-Italiener. Dieser Zug lässt sich direkt taktisch widerlegen und Schwarz blieb nicht nur mit zwei Minusbauern, sondern auch einem offenen König zurück. Dass die weiße Entwicklung gleichzeitig noch etwas hinterherhinkte, gab Maier zumindest Chancen Verwirrung zu stiften. Sein Gegner trat nun auf die Bremse, gab einen Bauern zurück, um zu rochieren und verzichtete auf einen anderen, der absolut nicht vergiftet gewesen wäre. Mit dem 20. Zug bot Maier Remis und bekam es auch, in einer für Weiß völlig gewonnenen Stellung. Alle Schwerfiguren noch auf dem Brett, der schwarze König offen, ein schwarzer Turm eingesperrt in der Ecke und immer noch ein Bauer mehr für Weiß. Vielleicht war der Respekt vor dem IM-Titel hier etwas zu groß, der Spielstand lautete nun jedenfalls 2:1.
Sven Bopp spielte mit Weiß gegen einen Dd6-Skandinavier, den sein Gegner zunächst gut behandelte. Die schwarze Stellung war zwar passiv, aber solide und das weiße Läuferpaar fiel nicht ins Gewicht. Erst ein ungenaues Springertauschmanöver schenkte Bopp die Initiative, denn nun rollte seine Bauernlawine am Damenflügel und engte die gegnerischen Figuren mehr und mehr ein. Kontrolliert und bedächtig unterband er jegliches Gegenspiel, sammelte mehrere Bauern ein und stand kurz vor der Umwandlung, als sich der Mosbacher geschlagen gab – 3:1 für uns.
Bei FM Thomas Raupp kam Bogo-Indisch aufs Brett. Mit Weiß verzichtete er auf die angebotene Transposition in die Hauptvarianten des abgelehnten Damengambits und wurde dafür prompt belohnt. Die schwarze Idee noch vor der Rochade am Damenflügel vorzustoßen, erwies sich nämlich als viel zu langsam, Raupp erlangte die völlige Kontrolle über das Zentrum und konnte den einzigen Hebel c7-c5 langfristig blockieren. Damit war die Partie strategisch schon entschieden, jegliche Befreiungsversuche durch die Öffnung der a-Linie und den Tausch von Figuren spielten letztendlich nur Weiß in die Karten. Schließlich war ein Endspiel mit Dame, Springer und riesigem Raumvorteil gegen Dame und Läufer erreicht, das Raupp souverän herunterspielte. Mit geschickten Manövern provozierte er weitere Schwächen und opferte am Ende den Springer, um seinen e-Freibauern durchlaufen zu lassen. Eine beeindruckende, quasi fehlerfreie Partie zum 4:1.
Stefan Doll hatte wieder einmal Schwarz – zum siebten Mal in der siebten Partie. Geplant war das so nicht… Immerhin, an diesem Tag hatte er angesichts seines DWZ-Vorteils von 800 Punkten die vermeintlich klarste Angelegenheit vor sich. Gegen den Torre-Angriff entschied er sich für einen wenig konfrontativen Aufbau, der zunächst alle Figuren auf dem Brett beließ und ihm die Gelegenheit geben sollte seinen Gegner strategisch zu überspielen. Der Plan ging auf, denn nachdem Weiß das Zentrum geschlossen hatte, konnte Schwarz am Damenflügel vorgehen und auf der a-Linie Druck ausüben. Nach der Öffnung derselben und dem folgenden Tausch der Schwerfiguren blieb Doll mit einem starken Extra-Freibauern zurück, welcher seinen Gegner einen Springer kostete. Das Endspiel mit Minusfigur tat sich Weiß noch einige Züge lang an, streckte dann aber die Waffen. 5:1 und damit der Matchpoint.
Andre Hayen spielte die Abtauschvariante gegen Französisch, wurde früh überrascht und geriet in eine unangenehme Stellung. Um sich dem Druck der schwarzen Figuren zu entziehen, opferte er einen Bauern und leitete in ein Endspiel mit jeweils Dame, Turm und ungleichfarbigen Läufern über. Der Mosbacher war auch weiterhin am Drücker, erlaubte allerdings den Damentausch und gab damit einen Teil seiner Siegchancen ab. Als kein Fortschritt mehr möglich schien ohne den Mehrbauern aufzugeben, einigten sich die Kontrahenten auf Remis. Der Computer findet in der Schlussstellung tatsächlich einen (schmalen) Gewinnweg für Schwarz: Durch Aktivierung des Königs hätte er Mattdrohungen aufstellen und dadurch Bauern einsammeln können. Damit war auch dieses Remis aus unserer Sicht ein etwas glückliches.
Ich bekam mit Schwarz das Londoner System vorgesetzt und ärgerte mich ein wenig über den Verlauf der Eröffnung. Zwar erreichte ich ohne Probleme Ausgleich, doch im Gewinnsinne sah meine Stellung nicht allzu reichhaltig aus. Ich versuchte zumindest etwas Druck auf die weiße Struktur am Damenflügel auszuüben und wartete auf Fehler. Tatsächlich beging mein Gegner in der Folge mehrere strategische Ungenauigkeiten, denn er erlaubte mir zunächst einen starken Stonewall-Springer auf e4 zu installieren und dann wiederum seinen eigenen, für die Verteidigung wichtigen Springer abzutauschen. Auf dem Brett war jetzt ein Musterexemplar der Konstellation guter Springer gegen schlechten Läufer und der Gewinn nur noch eine Frage der Technik. Nachdem ich einige Züge später am Damenflügel durchgebrochen war, ging ein weißer Zentrumsbauer verloren, wonach die Partie schnell zu Ende war.
Mit einem ungefährdeten 6,5:1,5 wird der SCU 2 seiner Favoritenrolle letztendlich gerecht. Die Mosbacher konnten den großen DWZ-Nachteil an den hinteren Brettern nicht kompensieren, dürfen sich aber damit trösten, dass ihre zweite und dritte Mannschaft auch dank der Personalrochade wichtige Siege eingefahren haben.
Wir verbleiben damit auf Platz drei, jeweils zwei Mannschaftspunkte hinter Buchen und Ettlingen 2, die sich im Spitzenspiel voneinander 4:4 trennten. Am nächsten und vorletzten Spieltag geht es dann zum Tabellenschlusslicht Neckargemünd, für den es ein Endspiel gegen den Abstieg werden dürfte.